Keine Lust auf die Arschrakete? Oder keinen Platz dafür am Gravelbike? Aber Lust auf eine schnelle Gepäckträger-Lösung? Das Quick Rack von Ortlieb verspricht Abhilfe. Wir haben es als Quick Rack Light für euch getestet.

Text: Marcello Pabst | Fotos: Marcello Pabst / Ortlieb | 26.10.2022

Frevel oder Freiheit? Sinnvoll oder Sünde? Die Frage, ob man einen Gepäckträger am Gravelbike montieren will, kann lang und breit diskutiert werden. Die Frage, ob man einen Gepäckträger am Gravelbike montieren darf, ist hingegen schnell beantwortet: natürlich darf man. Und bestimmt gibt es viele Menschen mit guten Gründen dafür. Vor allem aber gibt es mittlerweile gute und praktische Lösungen. So wie das Quick Rack von Ortlieb. Wir haben es in der Version Quick Rack Light für euch getestet.

Quick Rack vs. Quick Rack Light

Der wesentliche Unterschied: Das Quick Rack Light bietet lediglich Aufnahmen für Seitentaschen. Beim normalen Quick Rack hingegen bekommt ihr für fünf Euro Aufpreis eine zweite Aufnahmeebene für Seitentaschen sowie Streben oben am Gepäckträger. So könnt ihr auch hier eine Tasche platzieren. Oder gar einen Fahrradkorb … aber das wäre dann doch vielleicht ein bisschen too much. Aber ihr macht ja sowieso wieder, was ihr wollt. Bevor wir euch verraten, wie uns das System gefallen hat, gibt es erstmal die nackten Fakten.

Daten

ModellOrtlieb Quick RackOrtlieb Quick Rack Light
Preis70 Euro65 Euro
Gewicht580 g440 g
Zuladung20 kg20 kg
Laufradgrößen26-29 Zoll mit maximal 2,35 Zoll breiten Reifen26-29 Zoll mit maximal 2,35 Zoll breiten Reifen
MaterialAluminiumAluminium

Ortliebs Quick Rack (links) und Quick Rack Light im Vergleich.

Der aus Aluminium gefertigte Gepäckträger ist für Laufräder mit einem Durchmesser von 26 bis 28 Zoll geeignet. Die Kombination mit 29 Zoll Rädern ist ebenfalls möglich, solange die Reifen nicht breiter als 2,35 Zoll sind. Das entspricht umgerechnet 60 Millimetern, beim Gravelbike solltet ihr hier also auf der sicheren Seite sein. Das Quick Rack wiegt 580 Gramm, dass Quick Rack Light macht seinem Namen alle Ehre und bringt nur 440 Gramm auf die Waage. Beide Versionen sind vom Hersteller für eine Zuladung von maximal 20 Kilogramm zugelassen.

An beiden Quick Racks können Seitentaschen mit den Befestigungssystemen Quick-Lock1, Quick-Lock2.1 und Quick-Lock3.1 eingehängt werden. Auf der Auflagefläche des normalen Quick Rack können zudem Taschen mit Ortliebs Top-Lock-System angebracht werden.

Das Quick Rack Light fasst zwei Seitentaschen.

Die Montage

Die Quick Racks werden inklusive Montageset geliefert. Wichtig: Selbst wenn das Bike nicht über die erforderlichen Gewinde zur Montage eines Gepäckträgers verfügen sollte, lässt sich das Quick Rack nutzen. Dazu wird allerdings ein separat erhältliches Adapter-Set fällig, das laut Hersteller explizit NICHT für Carbon-Rahmen geeignet ist.

Das beiliegende Faltblatt im riesigen Bravo-Star-Schnitt-Format bietet eine detaillierte Anleitung. Die vielen Abbildungen könnten auf den ersten Blick abschrecken, dabei fällt die Montage tatsächlich überraschend leicht:

Der gesamte Montagevorgang dauerte bei unserem Test wenige Minuten.

Einfach die Auflagepunkte anschrauben, ...

... den Gepäckträger einhaken und ...

... an der Sattelstütze befestigen ...

... und schon ist das Quick Rack fertig am Bike montiert.

Nach der Erstmontage geht es sogar noch schneller. Dann ist der Gepäckträger in wenigen Sekunden angebracht und noch schneller wieder entfernt. Für den täglichen Gebrauch müssen noch Sicherungen an den Auflagepunkten und der Sattelstütze befestigt werden. Wer möchte, kann noch das für 20 Euro separat erhältliche Schutzblech montieren. Dieses Quick Rack Mudguard gibt es in den drei Breiten 38, 50 und 72 Millimeter.

Schnell dran, schnell wieder ab

Der klassische Gepäckträger hat speziell für sportliche Fahrer:innen einen großen Nachteil: Er ist fest am Rad montiert. Ortliebs Quick Rack hingegen lässt sich schnell anbringen, wenn er gebraucht wird. Und eben auch schnell wieder abnehmen, wenn seine Dienste nicht gewünscht sind. So kann das Gravelbike ruck, zuck vom sportlichen Schotterflitzer zum immer noch flotten Commuter umgebaut werden. Und wer keine Lust auf Arschrakete und Lenkerrolle hat, wird mit dem Quick Rack auch im Bikepacking-Einsatz glücklich. Zumal es dabei mit der maximalen Beladung von 20 Kilogramm ordentlich was trägt. Wichtig: Das Systemgewicht von Bike, Fahrer:in und Zuladung dabei nicht aus den Augen verlieren.

Feuertaufe Gravel Egg Hunt

Wir haben das Quick Rack Light für euch im Schottereinsatz und Commuter-Fahrten ins Büro getestet. Die dabei vielleicht wichtigste Erkenntnis: Das Ding sitzt bombenfest. So wie bei seiner Feuertaufe beim Gravel Egg Hunt des Gravel Clubs an Ostern. Die Strecke führte über verschiedenste Untergründe. Auch Trails waren dabei. Doch der Träger hat problemlos gehalten. Einzig eine Tasche hat sich gelöst. Der einfache Grund: Wir hatten sie nicht richtig befestigt. Sorry, our fault.

Auch auf den nachfolgenden Testfahrten machte das Quick Rack einen guten Eindruck. Über jeweils knapp 100 Kilometer ging es mal über Schotter, mal über Asphalt. Und nachdem die Tasche richtig eingestellt war, löste sich auch hier nichts mehr.

Das System eignet sich für den regelmäßigen Commuter-Einsatz genauso wie für Bikepacking-Trips.

Das Empfinden der Ästhet:innen

Dabei ging die Montage immer schneller von der Hand. Am Ziel der Reise angekommen, war der Träger im Nu abgenommen und das Gravelbike bereit für den sportlichen Einsatz. Auch die dauerhaft montierten Auflagepunkte stören beim Fahren nicht. Ihr geringes Zusatzgewicht lässt sich ebenfalls verschmerzen. Nur rein optisch könnten sich Ästhet:innen an den kleinen Knubbeln oberhalb der Hinterradachse stören.

Die simple Lösung für dieses Problem: Wer das Quick Rack nicht mehrmals in der Woche nutzt, kann die Auflagepunkte natürlich wieder demontieren. Einerseits würde das natürlich Sinn und Zweck des Systems aushebeln. Andererseits ist Ortliebs Quick Rack trotzdem noch schneller montiert, als so ziemlich jeder herkömmliche Gepäckträger.

Das Quick Rack lässt sich mit bis zu 29 Zoll großen Laufrädern nutzen, solange die Reifen nicht breiter als 2,35 Zoll oder 60 Millimeter werden.

Das Fazit

Was den Testern am Ortlieb Quick Rack Light gut gefallen hat und was eher nicht? Hier verraten wir es euch.

Das fanden wir toll:

+ schnelle und einfache Erstmontage
+ auch an Rahmen ohne Gepäckträger-Aufnahme verwendbar
+ schell angebracht und abgenommen
+ leicht im Vergleich zu herkömmlichen Gepäckträgern
+ komplett in Deutschland gefertigt
+ Schutzblech separat erhältlich
+ optionale Montage eines Rücklichts möglich

Das fanden wir nicht so toll:

- schwer im Vergleich zu direkt am Bike montierten Bikepacking-Taschen
- dauerhaft angeschraubte Auflagepunkte stören die Bike-Optik

Ortliebs Quick Rack System funktioniert gut und ist sehr robust. Durch die Adapter ist es vielseitig und an sehr vielen Rädern verwendbar. Ortlieb punktet mit der schnellen Montage und Demontage. So bietet das Quick Rack eine praktische Alternative für die Fahrt zur Arbeit oder den Bikepacking-Trip. Lediglich die Ästhetik des schönen Gravelbikes leidet ein wenig.

Jetzt kaufen

Über diesen Link kannst du das Ortlieb Quick Rack im Online-Shop von Rose Bikes kaufen. Wir erhalten dabei eine Provision, um unsere Arbeit zu finanzieren. Also räumt am besten den ganzen Laden aus! ;-)

MIT OFFENEN KARTEN

Ganz klar: Ohne Support auch aus der Fahrradbranche können wir die Idee des Gravel Collectives nicht leben. Aber uns ist es wichtig, euch darüber zu informieren, wo und wie wir unterstützt werden. Wir spielen mit offenen Karten.

Mit Bezug auf diesen Artikel heißt das: Ortlieb ist offizieller Partner von Gravel Collective, der Bericht zum Quick Rack Light ist Teil dieser Partnerschaft. Sind wir dabei komplett frei und unvoreingenommen? Wahrscheinlich nicht, aber gerade weil wir uns der Thematik bewusst sind, gucken wir auch ganz besonders genau hin. Auf die Inhalte dieses Artikels und die Abläufe zu dessen Erstellung hatte Ortlieb dabei keinerlei Einfluss.


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